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Von klein auf hatte Soichiro Honda (geboren am 17.11.1906, gestorben am 5.08.1991) ein großes Interesse an Automobilen. Sein Vater Gihei, ein Schmied, führte ein Geschäft zur Fahrradreparatur. Im Alter von 15 Jahren verließ Soichiro seine Heimat, um in Tokio sechs Jahre lang als Automechaniker zu arbeiten. 1928 kehrte Honda nach Hamamatsu zurück und gründete eine Autowerkstatt. 1937 begann er damit, Kolbenringe für Motorradmotoren zu fertigen. Als er wegen einer Benzinknappheit im zweiten Weltkrieg sein Auto nicht benutzen konnte, montierte er einen kleinen Motor an sein Fahrrad - eine Idee, die für viel Aufmerksamkeit sorgte.

1946 gründete Honda dann in Hamamatsu (Japan) das Honda Technical Research Institute. Ziel war die Entwicklung und Produktion kleiner Motoren zum Antrieb von Fahrrädern. In der Nachkriegszeit gelang es ihm, viele Fahrradgeschäfte in ganz Japan als Kunden zu gewinnen. Damit verdiente er genug Geld, um sein erstes Motorrad zu entwickeln - die Honda Cub. Das war der Anfang der Honda Motor Company, die am 24. September 1948 gegründet wurde. Honda selbst konzentrierte sich auf die Technik und überließ die Unternehmensführung seinem besten Freund, Takeo Fujisawa.
Zunächst wurden Motorräder gebaut (siehe Historie bei Honda Motorrad); das erste Automobil folgte 1963. Der Honda T360 war ein Pickup-Modell, der von einem 22 KW-Motor (30 PS) mit 356 ccm angetrieben wurde. Die Höchstleistung wurde bei 8.500 U/min erbracht - ein Hinweis auf die Herkunft aus dem Motorradbereich. In der zeit von 1963 bis 1967 wurden 108.920 T360 produziert.
Nur 4 Monate nach dem T360 wurde der S500, der erste PKW von Honda, auf den Markt gebracht - ein echter Sportwagen, der mit einer High-Tech Maschine ausgerüstet war. Zwar verfügt der Motor lediglich über 531 ccm3, brachte aber eine Leistung von 32 kW (44 PS) bei 8.000 U/min. Der Reihenvierzylinder hatte zwei (!) obenliegende Nockenwellen und einen Vierfachvergaser. Wie beim Motorrad erfolgte der Antrieb der Hinterräder über eine Kette.
1964 wurde der Motor für den Honda S600 auf 606 ccm vergrößert und erbrachte in Kombination mit einem Vierfachvergaser eine Leistung von 43 kW bzw. 57 PS. Im Gegensatz zum S500 war der S600 auch als Coupé verfügbar, von dem während seiner Produktionszeit jedoch nur etwa 1.800 Stück produziert wurden.
Der Honda S800 wurde auf der Tokio Motor Show 1965 vorgestellt. Der Motor - jetzt mit 791 ccm - hatte eine Leistung von 52 kW (70 PS) und brachte das Fahrzeug auf die damals magische Grenze von 100 Meilen pro Stunde (umgerechnet ca. 160 km/h) - mit einem Verbrauch von 6,7 l auf 100 km.

Die Produktion des S800 lief 1970 aus. Der nächste waschechte Honda-Roadster und damit der direkte Nachfolger des S800 ist der Honda S2000, mit dessen Produktion erst 30 Jahre später - im Jahr 2000 - begonnen wurden. Auch der S2000 lebt - wie seine Vorgänger - von einem relativ kleinen Motor mit hohen Drehzahlen - zunächst mit 1997 ccm und bis zu 184 kW (250 PS) bei 8.300 U/min, später dann mit 2.157 ccm und "nur" noch 178 kW (242 PS) bei 7.800 U/min.

Die erste konventionelle Limousine von Honda war der 1300, ein frontgetriebenes Auto, das 1970 als Wettbewerber des Toyota Corona und Nissan Bluebird vorgestellt wurde. Es war - wie in Deutschland der VW Käfer und der Porsche 911 - mit einem luftgekühlten Motor ausgerüstet. Wegen seiner geringen Breite von rund 1,45 m erreichte er in Europa jedoch nur sehr geringe Verbreitung. Diese Breite wurde in Japan gewählt, um in eine niedrigere Steuerklasse eingestuft zu werden.

Schon seit 1972 wird der Honda Civic produziert. Mit seinem 1.169 ccm Motor (37 kW / 50 PS) kam er rechtzeitig, um in der Ölkrise von 1973 Erfolg zu haben. In Verbindung mit der hohen Fertigungsqualität wurde er auch in den USA ein beliebtes Kompaktauto (Länge = 3,55 m). Das aktuelle Modell ist die sogenannte "achte Generation" des Civic; er ist mit einer Länge von 4,47 m kräftig gewachsen und ist - wie der Opel Astra - der Golf-Klasse mittlerweile entwachsen.


1976 begann die Fertigung des Honda Accord, der mittlerweile ebenfalls in der achten Generation gebaut wird. Dabei wuchs das Fahrzeug von anfangs 4,12 m auf heute 4,73 m und entwickelte sich dabei vom Kompaktauto zur oberen Mittelklasse. Der Name "Accord" (englisch = Übereinstimmung) sollte dabei Programm sein, um Mensch, Gesellschaft und Automobil in eine Harmonie zu bringen. Als "Weltauto" wurde der Accord immer in verschiedenen Versionen für die jeweiligen Zielmärkte gebaut. So ist der amerikanische Accord mit 4,93 m auch heute rund 20 cm länger als sein europäisches Pendant.

Der erste Honda Jazz erblickte 1981 als Kleinwagen mit einer Länge von 3,38 m das Licht der Welt. Übrigens hieß dieses Fahrzeug außerhalb Europas Honda City. In Europa war die Bezeichnung City jedoch schon von Opel für die Schrägheckvariante des Kadett (Opel Kadett City) reserviert. Daher wurde dieses Modell auch in Deutschland umbenannt. 1986 wurde der Jazz eingestellt und erst 2002 wieder angeboten; um 50 cm gewachsen und als 5-Türer erhältlich - jetzt als Wettbewerber der Mercedes A-Klasse. Die aktuell verfügbare dritte Generation des Jazz soll ab 2011 auch mit Hybrid-Antrieb verfügbar sein.

Apropos Hybrid - Honda ist wie Toyota einer der Initiatoren des Hybridantriebs. Der Honda Insight wurde seit Beginn der Produktion im Jahr 1999 mit einem Hybridantrieb angeboten (Wettbewerber: Toyota Prius). Seit 2009 ist die zweite Generation des Insight verfügbar. Auch der Honda Civic ist aktuell als Hybridfahrzeug erhältlich.
In der Oberklasse angesiedelt ist der Honda Legend, der in anderen Ländern auch unter der Marke Acura angeboten wird. Er war 1985 das erste Fahrzeug von Honda mit einem Sechszylindermotor in V-Form mit 145 PS. 1989 folgte im Legend ein weiterer technischer Leckerbissen: eine Turboversion des V6 mit 190 PS und dem Namen "Wing turbo". Dabei handelt es sich um eine variable Turbinengeometrie (VGT). Durch den variablen Ladedruck wird das berühmte "Turboloch" vermieden. Nur wenige Fahrzeuge verwenden diese Technologie- Beispiele sind der Porsche 911 Turbo mit dem 3,6 l Motor und der Mercedes-Benz 3.0 CDI, der auch im Jeep Grand Cherokee angeboten wird. Auch der Shelby CSX-VNT verwendet die variable Turbinengeometrie.
Zurück zum Legend: heute wird er in der vierten Generation gebaut und ist 4,97 m lang. Seine Leistung von bis zu 217 kW (295 PS) bringt er über
das Allradantriebskonzept SH-AWD an die Räder. SH-AWD bedeutet Super Handling - All Wheel Drive. Dabei wird das Drehmoment variabel sowohl zwischen Vorder- und Hinterachse als auch zwischen den rechten und linken Rädern verteilt.

1996 wurde der Honda CR-V als SUV (Sport Utility Vehicle) vorgestellt. Mittlerweile ist auch dieses Modell in der dritten Generation; dabei wurden Länge und Höhe des aktuellen Modells im Vergleich zu
m Vorgänger zugunsten des Benzin- und Diesverbrauchs veringert.
Den Markt der Kompaktvans besetzt der Honda FR-V seit 2005. Wie der Fiat Multipla hat der FR-V eine Sitzanordnung von 3+3 (also 3 Sitze vorn und 3 Sitze hinten). Das Isofix-System für die Befestigung von Kindersitzen ist dabei auf den vorderen Sitzen in der Mitte, auf den hinteren jedoch jeweils außen angebracht.

Der Honda CRX war ein Sportwagen auf Basis des Honda Civic, der in manchen Ländern auch als CR-X angeboten wurde. Er wurde 1983 präsentiert. Das geringe Leergewicht von 825 kg wurde durch eine Karosserie erreicht, die zu 38% aus Kunststoff bestand. Wie üblich bei Honda-Sportwagen kam ein kleiner, hochdrehender Motor zum Einsatz: 1477 ccm, 74 kW (100 PS) bei 7.500 U/min. Der kostengünstige Sportwagen erreichte 100 km/h aus dem Stand in 8,9 Sekunden und eine Spitze von 190 km/h. 1998 wurde der CRX eingestellt.
Von 1978 bis Ende 2000 wurde der Honda Prelude produziert, ein Sportcoupé der Mittelklasse. Wie sein Name (Prelude = Vorspiel) schon sagt, wurde er immer wieder als Entwicklungsträger für neue Technologien eingesetzt - so verfügte er über den ersten Dreiventilmotor mit Doppelvergaser und er war das erste japanische Auto mit serienmäßigem Antiblockiersystem (ABS). Auch das erste Navigationssystem von Honda wurde im Prelude eingebaut. Als erstes Modell verfügte er ab 1987 über eine mechanische Vierradlenkung. Von der ersten Generation wurde 47 Cabrios gebaut - allerdings von der deutschen Firma Tropic in Crailsheim.